Cyborgs




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Cyborgs können Farben hören statt sehen, sich an elektromagnetischen Feldern orientieren oder ultraviolette Strahlung wahrnehmen. Glauben Sie nicht? Ist aber bereits Realität. Möglich wird das durch smarte technische Helfer — festgeschraubt oder implantiert. Klingt ein bisschen nach Frankenstein und ist auch nicht unumstritten. Doch Herzschrittmacher sind längst gang und gäbe und streng genommen ebenfalls ein implantierter, technischer Fremdkörper. Wo also ist die moralische Grenze. Gibt es überhaupt eine?

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Neil Harbisson ist von Geburt an farbenblind. Ein Gerät namens „Eyeborg" erkennt mithilfe eines Sensors Farben und gibt sie in Form von Schallwellen an den 30-Jährigen weiter. Die Wellen werden in seinem Ohr zu Tönen. Und Harbisson hat gelernt, sie in bestimmte Farben umzuwandeln. Das Gerät mit dem Sensor ist an Harbissons Kopf festgeklemmt und soll bald implantiert werden. Der Ire hat keine Angst, zum Roboter zu werden - ganz im Gegenteil: Sein Ziel ist es, das sogenannte Bodyhacking populär zu machen. Mit seiner Partnerin Moon Ribas gründete er dafür 2010 eine Non-Profit-Organisation: die Cyborg Foundation.
Die Korrektur fehlerhafter Sinne ist dabei Nebensache. Vielmehr geht es darum, dem Menschen neue Sinne zu verschaffen. Oder die vorhandenen zu verbessern. „Wir machen keine Unterschiede zwischen Menschen mit  und Menschen ohne Behinderung", sagte Harbisson dem amerikanischen Radiosender „Public Radio International". „Im direkten Vergleich mit anderen Spezies sind wir alle behindert. Hunde beispielsweise können viel besser riechen und hören als jeder von uns." Wer ein Cyborg wird, wird nicht weniger menschlich, sondern lediglich Tieren ähnlicher. Er verbessert seine Fähigkeiten.
Wie Hunde riechen oder hören. Hai-gleich elektromagnetische Felder erkennen und sich daran orientieren. Oder von Vögeln lernen, ultraviolette Strahlung wahrzunehmen und so zum Beispiel die Sonnenintensität besser einzuschätzen. Klingt fantastisch. Harbisson selbst möchte sich in naher Zukunft unters Messer legen und anschließend in der Lage sein, Ultra- und Infraschall wahrzunehmen. Unnötiger Schnickschnack oder faszinierende Innovation?
Für Prof. Klaus-Peter Hoffmann vom Fraunhofer-Institut in St. Ingbert ist das Bodyhacking keine Option. „Unsere Forschung bezieht sich ausschließlich auf den Erhalt der Funktionalität und die Kompensation funktioneller Störungen", stellt der Wissenschaftler klar. Mit dem Schaffen von übersinnlichen Kräften hat seine Abteilung für Neuroprothetik also nichts zu tun. „Für uns als Institut für Biomedizinische Technik sind Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizintechnik zur Erhaltung und Verbesserung lebenswichtiger Funktionen bedeutungsvoll", sagt Hoffmann.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind riesig: Funktionelle Elektrostimulation für Querschnittsgelähmte, Implantate zur Wiederherstellung des Hörvermögens, Steuerung der Atmung, Behandlung von Inkontinenz oder Sensoren, die Prothesen steuern. Und nicht zu vergessen: Der Herzschrittmacher. Alles sinnvoll. Aber machen solche medizinisch notwendigen Implantate Menschen bereits zu Cyborgs?
Harbisson sagt, die Technik müsse mit dem Menschen verschmelzen, er müsse sie als Teil seines Körpers betrachten. Und sie müsse seine körperlichen Fähigkeiten steigern. Ein Mensch mit einem Herzschrittmacher sei also sehr wohl ein Cyborg. Moralische Bedenken hat bei medizinischen Implantaten vermutlich keiner. Bei Harbissons Vorhaben sieht das anders aus. Er hat Mühe, überhaupt jemanden zu finden, der ihn operiert. Doch Harbisson ist sich sicher, dass die Einwände der Ethikkommissionen in den Krankenhäusern nicht mehr lange bestehen werden. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis Cyber-Implantate normal werden.


Aufgabe:

Was denkst du über das Thema ? Wie könnte das Thema lauten ?
Bilde einen Titel des Textes. Was ist deine Meinung ? (Pro und Kontra)

Hier ein paar tips zur Textproduktion :)



Textproduktion sollte immer folgende Schritte beinhalten:

1. Planen - wer liest meinen Text?
              - was will ich schreiben?
                   - wozu schreibe ich?
2. Sammeln (Argumente, Fakten, Ideen etc.)
3. Sortieren des Gesammelten nach Wichtigkeit, logischem Zusammenhang etc.
4. Erster Entwurf
5. Feedback dazu durch Lehrer und/oder Peers, eigene Überprüfung
6. Endgültige Fassung

Auch ein zweiter Entwurf und weiteres Feedback sind denkbar.


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